ZBC testet by ueberallbiken.de

Nach all den Jahren Alpencross und Teilnahmen am Maratona dles Dolomites wird es Zeit sich als Tester zu verdingen. In 2018 wird die ZBC – Zillertal Bike Challenge gecheckt. Wir vergleichen die Varianten King und Lord. Zur Auswahl stehen:

187,6km mit 9.126hm sowie 112,6km mit 3.614hm und 4 Bergbahnen.

Es soll nicht verschwiegen werden, dass es auch noch eine Variante für Prinzen gibt, auf Grund des zeitglich stattfindenden Maratona dles Dolomites stand uns hierfür aber leider kein Testpersonal zur Verfügung. Schade, gilt es doch bei dieser Variante gleich 5 Bergbahnen zu checken.

Der Reihe nach:

Schön: Die Anmeldung ist bis kurz vor dem Start möglich (Hallo Wetterbericht). Die Nachmeldegebühren halten sich im Rahmen. Dafür ist das Startgeld mit 220 EUR schon üppig genug. Darin enthalten: Ein Finisher-Trikot, das eben nur solche bekommen. Es gilt also die täglichen Zeitlimits einzuhalten.

Übel: In der Wertungskategorie King/Queen werden 14.500,- EUR Prämien ausgelobt. Da zahlen dann alle Starter (auch die der Kategorien die kein Preisgeld bekommen) mit ihrem Startgeld die Siegprämien der Lizenzfahrer. Was soll das denn Bitte? Bei nicht mal 500 Startern sind das gute 30,- EUR.

Weniger schön: Nach der Anmeldung und Bezahlung kommt Ende Mai eine Email mit dem Hinweis es werden 20% Rabatt anlässlich der 10. Austragung der Challenge gewährt. Kann der Veranstalter ja gerne machen, aber den bereits gemeldeten Teilnehmern mitzuteilen dass sie doof sind, weil schon angemeldet kam bei uns nicht gut an.

Schon besser: Die täglichen Start- und Zielorte liegen alle im Tal und sind für die Starter kostenlos mit der Zillertalbahn erreichbar. Am letzten Tag bringt ein kostenloser Busshuttle die Teilnehmer zum Start zurück. Andererseits: Wer die Parkplätze an den Talstationen der Bergbahnen kennt weiß, dass dort auch die Pkw der 400 Starter hin passen würden.

 

Genug gejammert. Jetzt wird die 36er Kassette montiert, um den 35%igen Rampen (King; bei den Lords „nur“ 23%) eine technische Lösung zu präsentieren.

King Armin

Ziel: Mit so vielen Trainingskilometern wie noch nie in den Beinen sollte

  1. Überlebt werden
  2. Ein Finish möglich sein
  3. Nicht als letzter die Ziellinie überquert werden
  4. Eine Platzierung im Mittelfeld (egal ob Gesamt- oder AK-Wertung) angestrebt werden

Lord Olaf

Nach einem Fahrwerksdefekt, einer Ruhepause und der Spureinstellung im Frühjahr galt es

  1. Ankommen, ohne Stützräder
  2. Testen, ob ein 3 Monatstraining, von 0 startend, reicht
  3. Spaß haben
  4. Finishershirt abholen, ist ja bezahlt. Siehe oben.

Aber nun der Reihe nach.

Der Wetterbericht dreht von Hitzeschlacht auf Regen am Donnerstag und Freitagvormittag. Materialausgabe ist am Donnerstagnachmittag. Es regnet in einem durch. Die ersten Nudeln werden kredenzt. Schnitzel und Fisch gibt es als Beilagen. Nachschlag möglich. Holla, so´ne Pastaparty kannten wir auch noch nicht. Ridersmeeting findet nacheinander für alle drei Kategorien statt. Die Rennleitung verspricht einen Sonderzug zum Start in Fügen und pünktlich zum Start das Ende der Niederschläge. Schön, dann werden wir erst in der Abfahrt nass.

Materialausgabe

Der Sonderzug fährt 10 Minuten vor dem regulären Zug. Warum sollen wir also länger im Regen stehen als Nötig? Dumm, dass der reguläre Zug wegen einer Betriebsstörung ausfällt. Dann halt eben 12km durchs Tal zum Start. Wir sind nicht alleine. Andere hat´s auch erwischt. Am Start die Kleiderbeutel abgegeben und unter üblicher Beschallung auf den Startschuss gewartet.

noch wird gelacht

Alle starten gleichzeitig. Ich als Letzter. Es geht ja erstmal auf Asphalt den Berg hoch, da kann man dann mal schauen, was die Beine im Vergleich zu denen der Anderen hergeben.

King Armin

Erste Plätze ließen sich gut machen. Dann biegen die Prinzen und Lords zur Gondel ab und schon hat sich das Feld um die Hälfte gelichtet. Mal schauen, ob Olaf vor dem Ziel noch mal gesehen wird. Trotz völlig zugezogenem Himmel bleibt es, von wenigen Minuten Sprühregen abgesehen, trocken. Leider nur von oben. Ein erster Sturz in der Abfahrt erfordert das Anrücken der Sannis. K.A. was passiert ist. War jetzt keine Gefahrenstelle. Unten im Tal ist der Asphalt schon trocken. Zum Stummerberg hoch wieder feucht. Egal. Der Singeltrail zum Abschluss wurde wegen Großbaustelle im Skigebiet gestrichen. Sollte also alles lösbar sein. Und dann taucht doch tatsächlich Olaf im Anstieg vor mir auf. Ein paar Worte können wir wechseln bis ich vorbei bin. Da scheinen die Beine doch ganz gut zu sein, wenn der Schwager, der 500hm weniger in den Beinen hat, überholt werden kann. Im Ziel stehen Olaf (geduscht und massiert) und Mutter. Die Platzierung sagt: Armin, deine Beine brauchen auch eine Massage wenn es Morgen nicht noch schlechter enden soll. OK. 2 EURO für 30 min Massage sind gut angelegtes Geld.

der hat immer noch Spass

warum eigentlich?

Lord Olaf

Bahnfahren kann Spaß machen. Wenn man dann jedoch aus der Spieljochbahn aussteigt und in der naßkalten Wolkensuppe wieder starten darf, dann fragt man sich schon, wo hier der Fehler ist.
Aber egal, Jacke an und los. Aufgrund der Bauarbeiten in der Nähe der Bergstation und des Regens am Vortag sehen wir alle in kurzer Zeit aus wie die Schw… Dafür entschädigt aber der Rest der Abfahrt nach Hochfügen. Hier heißt es Verpflegung aufnehmen, den Matsch kurz mit dem bereitliegenden Schlauch abgespritzt und weiter geht’s. Schön, wenn die variable Sattelstütze jetzt auch wieder einrastet…
Die Verpflegungsstelle in Kaltenbach lasse ich links liegen. Die Beine fühlen sich noch gut an. Allerdings kommt der Hungerast dann mit der großen Keule im Anstieg nach Stummerberg. Also den Notriegel rein und leise vor sich hin fluchend weiterfahren. Für die anschließende Abfahrt und das kräftezehrende letzte Stück Wiesenweg war dann die Energie wieder da. Hat sich das Training doch bezahlt gemacht.
Im Ziel dann die namentliche Begrüßung, die übliche reichliche Zielverpflegung, eine Bikewaschstelle, einen bewachten Bikeparkplatz und der Kleiderbeutel. Ab zum Duschen ins naheliegende Tenniscenter. Hmmh, betreten der Waschräume nur ohne Sandschuhe….. Ein kurzer Blick aufs Schild und dann auf die Beine und Schuhe. Das Schild gilt wohl nicht für uns….
Frisch geduscht geht es dann zur abendlichen Nudelparty mit Nachschlaggarantie. Auch hier läuft es mit der Organisation. Dann heißt es auf Armin warten.

Gemeinsam wurde dann das Massageangebot angenommen. Die Leute waren richtig gut.

King Armin

Samstagmorgen sind die Beine dennoch schwer. Also Zug zum Start in Zell.

war gut voll im Zug

Dort wird neben den üblichen Cerealien auch Sonnencreme gereicht, denn  die Sonne lacht. Der Start erfolgt getrennt nach den jeweiligen Kategorien. King und Queen vorne weg. Ob ich Olaf, der gleich in der Talstation in die Gondel steigt, wieder einholen kann? Es geht gleich richtig in den Berg. Zwar asphaltiert, aber für meine Beine schon ausreichend steil. Ich werde fortwährend überholt. Irgendwann kommt dann auch Olaf an mir vorbei. Gut der hat 1.000 hm Gondel in den Beinen und ist frisch. Aber dass ich nicht im geringsten dranbleiben kann ist deutlich. Es geht über Rampen zum Kreuzjoch.

wir schieben gerne

Die letzte muss geschoben werden. Meinem Umfeld geht es auch nicht besser – immerhin. Zum Übergangsjoch ist Schieben bei 35% und losem Untergrund obligatorisch.

von wegen Smile

Auf der anderen Seite runter ist es genauso steil und lose, sodass ich ebenfalls zweimal sicherheitshalber schiebe. Nach rasender Zwischenabfahrt geht es rauf zum Penken. Dort herrscht reges touristisches Treiben. Und – oh Gott die ersten Prinzen kommen einem bereits entgegen. Nach zwei schönen Singeltrails schmiert mir dann kurz vor der Verpflegung in Gerlos das Vorderrad weg. Hintern schmerzt. Hose ganz. Schienbein aufgeschürft. Ratsche aus dem Schuh gerissen und Lenker über´s Oberrohr gedreht. Ratsche in die Rückentasche zwecks späterem Reparaturversuch. Bremse und Schaltung gelöst. Lenker zurückgedreht. Bremse und Schaltung neu fixiert. Beim freundlichen Belgier bedankt, dass er mir nicht über´s Rad gefahren ist und er Hilfe angeboten hat. An der Verpflegung mit Klebeband den Schuh umwickelt und weiter.

Hält!

Nochmal 500hm hoch. In der Abfahrt deutlich vorsichtiger und im Singeltrail nichts mehr riskiert. Durchs Tal nach Zell und von dort weiter Vollgas nach Mayerhofen. Wenigstens das klappte und obwohl ich nur einen Platz gut gemacht habe, so konnte ich wenigstens die Zeit verbessern. Na ja, in der Gesamtwertung zwei und in der Altersklasse einen Platz verloren. Die ersten 2.000hm liefen offensichtlich nicht wirklich gut. Für die Massage war ich nach den Nudeln dann schon zu spät. An´s Schienbein hätte auch keiner ran gedurft. Mit dem Zug nach Aschau zurück. Rein in die Dusche. Mist, die Hose hat gehalten, aber den Abrieb am Hintern leider auch nicht verhindert. Das bedeutete dann Kompresse für den Po und eine unruhige Nacht. Die Ratsche ließ sich glücklicherweise mit Bordmitteln wieder am Schuhbefestigen.

Lord Olaf

Die Beine sind erstaunlich frisch. Was so eine Massage doch ausmacht… Da die Lords zum Schluß starten, ich mit Armin aber gemeinsam zum Start bin, bleibt mir viel Zeit das Spektakel der „Profis“ zu betrachten. Auch heute wieder am Start alles gut organisiert: Musik, Verpflegung, Sonnencreme und die Techniker die versuchen zu reparieren was das Zeug noch hergibt. Kurz nach unserem Start werden wir am Bahnübergang von der Zillertalbahn gestoppt. Da hat wohl einer den Fahrplan nicht genau studiert… Dann ab in die Gondel. Oben angekommen, warten dann doch noch einige nette Rampen auf die Lords. Das sah im Streckenplan nicht so aus. Der Grund: Da wir heute eine kürzere Strecke als die Kings fahren, war unser Plan mehr gestreckt. Tja, wer Karten lesen kann ist klar im Vorteil. Also, wieder ein paar Kraftausdrücke an die eigene Adresse und weiter geradelt. Im Anstieg habe ich Armin getroffen, der ebenfalls nicht so glücklich war. Aber wohl aus anderen Gründen. Die Abfahrt hat dann wieder voll entschädigt. Auch hier waren wieder an den kritischen Stellen Streckenposten aufgestellt. Sehr gut. Der Rest des Weges ins Ziel glich einem Einzelzeitfahren auf dem Radweg und wieder einem Teil Wiesenweg. Hier wurden dann doch die Beine schwer. Irgendwann muß das fehlende Training sich ja bemerkbar machen. Im Ziel dann wieder das gleiche Bild und die gleichgute Organisation wie am Vortag. Auch das Massageangebot wurde wieder angenommen.

Dann hieß es wieder auf Amin zu warten. Im Ziel wurden die Ergebnisse seiner „Erdkunde“ begutachtet. Fahrrad ok, körperlich „Nur faules Fleisch“ betroffen. Würde aber eine unruhige Nacht werden. Der Schuh sah kritisch aus. Konnte aber mit Bordmittel in der Unterkunft wieder gänzlich hergestellt werden.

King Armin

Die Schmarren am Schienbein waren trocken und konnten mit Sonnencreme abgedeckt werden. Der Hintern klebte an der Kompresse. Radhose drüber und ab zum Zug. Na das wird ja ein Festtag für den Hintern. Im Zug bietet sich stehen an, das schmerzt am wenigsten. Am Start wurde wieder die Taktik des Aufrollens des Feldes von Hinten gewählt. Hat auch ne ganze Weile gut geklappt, aber bis zum Penken sind es doch zu viele hm, als dass meine Beine das durchstehen. Schon vor der Abfahrt nach Vorderlanersbach steht die erste Schiebepassage an. Na das wird ja zum Gletscher noch was werden. Von Vorderlanersbach bis Hintertux läuft es auf der Straße richtig gut. Ob das vom Rennradtraining oder vom Rückenwind kommt? An der Talstation gibt es die letzte Stärkung und dann geht es 30m oberhalb der Straße wieder zurück. Das reichlich demotiviert. Was aber nach der Mittelstation kommt ist völlig Spass befreit. Das Ziel eigentlich immer vor den Augen geht es Rampe um Rampe nach oben.

spassbefreit nach oben

Ein ums andermal wird geschoben. Immerhin – das Wetter ist erste Sahne. Nichts vom Nebel, Wolken oder gar Regen der vergangenen Jahre. Im Ziel lässt es sich sogar im Shirt auf der Terrasse aushalten.

fbthdr

Das Buffet glich dem eines Hotels. Die Abfahrt hat sich wohl kaum jemand gegönnt. Soweit wir das beurteilen konnten sind alle mit frisch geputzten Rädern in die Gondeln gestiegen um sich im Tal die Finisher-Trikots abzuholen. Von dort ging´s im Bus

oder per Rad nach Mayerhofen zum Bahnhof und von dort weiter mit dem Zug.

Dem Hintern ging es nach der Quälerei natürlich nicht besser, aber es war der letzte Renntag und damit Zeit auf die Qualen ein paar Bierchen zu trinken.

Lord Olaf

Die Massage hat geholfen. Die Beine fühlen sich wieder gut an.
Im Startbereich noch einen kleinen verbalen Schlagabtausch mit dem Nächstplatzierten in meiner Altersgruppe geliefert. Mein Vorsprung von 10 Sekunden würde heute fallen. Ok, das war eine Ansage. Also nach einer kurzen Strecke wieder ab in die Gondel. Hier wurde ich von einem Mehrfachtäter aufgeklärt, dass er auf so gutes Wetter nicht eingestellt war. Normalerweise regnet oder schneit es….
Auf der Auffahrt zur Wangalm kann ich meinen Kontrahenten dann überholen, der eine frühere Gondel nehmen konnte. Der erste Punkt geht an mich. Aber nicht lange. Auf der Abfahrt ist anfangs viel loses Geröll vorhanden. Eigentlich nicht kritisch. Mangels Training fehlt mir hier aber Fahrpraxis. Daher werde ich wieder überholt. Es steht 1:1
Da ich keinen „Zug“ erwische, gleicht die Fahrt von Vorderlanersbach nach Hintertux wieder einem Einzelzeitfahren. Meinen Gegenspieler sehe ich nicht. Mist!
Dann rein in die nächste Gondel und noch schnell die gereichte Wasserflasche vom Mitarbeiter in Empfang genommen. Super Service!
Nun folgt der letzte Aufstieg. Eine Rampe nach der anderen. Einige kann ich fahren, die meisten aber nicht. Also schieben. Dann treffe ich meinen Mitstreiter der mit den gleichen Problemen kämpft. Da ich gut zu Fuß bin, kann ich ihn auf halber Strecke nach  Vorwarnung von mir überholen.
Es steht 2:1. Den Vorsprung kann ich bis ins Ziel noch etwas ausbauen. Die letzte kleine Rampe vor dem Ziel wird gefahren. Soll ja gut aussehen auf dem Bild. Dann ist es geschafft. Ich bin glücklich.
Auch mein Mitstreiter ist gut ins Ziel gekommen und gratuliert zur erfolgreichen Platzverteidigung.
Sportlich fair und schön. So muß das sein!
Nach einer Essenspause mache ich mich wieder auf den Weg nach unten. Mit der Gondel und einem gewaschenen Fahrrad. Auf die Massage musste ich wegen großer Nachfrage leider verzichten.
Nachdem ich mein Finishershirt erhalten habe, wollte ich nicht auf den Shuttlebus warten. Also rauf aufs Rad und ab nach Mayrhofen. Da es nur bergab geht eine super Sache, wenn da nicht die Wohnmobile wären. Einige konnten aber überholt werden.
In Mayrhofen auch direkt die Bahn erwischt und ab in die Unterkunft.
Dann heißt es wieder warten auf Armin…

Fazit Lord Olaf

Persönlich: Die gesteckten Ziele konnten alle erreicht werden. Sportlich fehlt da noch einiges, war aber bei der Vorbereitung nicht anders zu erwarten. Die Grundlage ist wieder da.
Und zum guten Schluß ist sogar der 9 Platz in meiner Altersgruppe rausgesprungen. Passt!
Veranstaltung: Ja das Startgeld schreckt im ersten Moment ab. Aufgrund der sehr guten Betreuung der Fahrer im Start- und Zielbereich, der guten Streckenabsicherung und Markierung geht der Preis absolut in Ordnung. An den Siegprämien kann noch gearbeitet werden. Das soll aber nur eine Anregung sein.
Wer 2019 an einem 3 Tage Rennen teilnehmen möchte, sollte sich die Veranstaltung vormerken. (Stimmt: King Armin)

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