Ballern am Ballermann

Runter vom Sofa, raus aus dem grauen Alltag und ab mit dem Rad ins sonnigeTrainingslager!
Wenn das Wetter mal wieder richtig mies ist hilft Rollentraining oder ein Trainingslager im sonnigen Süden.

Nicht dass etwas Großartiges in 2015 anstehen würde, aber Schaden soll eine Woche Sonne tanken mit Gleichgesinnten ja nicht. Rad in den Karton und ab in den Flieger. 7.30 Uhr Take Off bedeutet 10:10 Touch Down. Mit Taxe zum Hotel nach Arenal. Um 11 Uhr Check-In. Rad montiert und um 13 Uhr ab auf die Piste.

Tag 1

Oh Wunder: Malle ist gar nicht flach sondern ordentlich wellig. Wind gab´s auch aber immerhin konnte lang-kurz mit Windweste getragen werden. Nach 70km war man zurück und traf beim Abendessen an reservierten Tischen gleich mal auf die U 23 Mannschaft des OSC Potsdam. Meine „Leistung“ wurde lediglich unter Materialtest verbucht. Die Jungs machen es nicht unter 150km mit 33er Schnitt. Ich habe das Angebot mich am nächsten Tag Ihnen anzuschließen dann dankend abgelehnt. Es gibt ja auch noch eine Hobbygruppe, die es auf 130km am Tag anlegt und je nach Relief auch gern deutlich unter 30km/unterwegs ist.

 Tag 2

Um 8 Uhr ist kollektives Frühstück. Alles getreu dem Motto: Essen ist schon bezahlt, also so viel reinschieben wie irgend geht. Um 10 Uhr ist Abfahrt (nicht etwa um 10.03 Uhr). Wer fehlt rollt das Feld von hinten auf oder sucht sich eine andere Gruppe. Zu Fünft ging es durch die Inselmitte. Nach Cafe Besuch in Petra dann aber doch noch mal kurz auf den Randa rauf. Das Warten auf einen Toilettenbesucher wurde sogleich mit einer 2 stündigen Heimfahrt im Zweierteam bestraft. So blieb neben der zusätzlichen Arbeit am Wind aber auch etwas Zeit für Kulturprogramm. Um 18.30 Uhr saßen alle wieder am Futtertrog (unter zweimal Nachschlag zzgl. Dessert läuft nichts) und berichteten. Immerhin fanden die 133km Akzeptanz bei der U23 Einheit (über die Durchschnittsgeschwindigkeit wird sich hier nicht weiter ausgelassen). Umgehend erfolgte die Tourenplanung für den Folgetag.

 

Tag 3

Es waren 18°C angesagt – da braucht man um 10 Uhr nur noch Armlinge und Windweste. Die Reiseleitung hatte die Route in Richtung Westküste gelegt. Über Coll de sa Creu, Coll de sa Galilea, Penyal des Grau und Coll Clarett ging es bis Valldemossa wo an einer Tankstelle die Flüssigkeitsvorräte aufgefüllt wurden. Weiter ging es über die Küstenstraße und Deja nach Soller und von dort über den gleichnamigen Pass zurück. Nach gut 120km waren die Beine dann ordentlich dick.

Tag 4

… stand unter dem Motto. Mehr geht immer. Da es mit bis zu 20°C der wärmste Tag der Woche werden sollte blieb nur eine Bergetappe als Ziel. Zu Viert wurde Sa Calobra ins Auge gefasst, aber außer mir wollte keiner die Abfahrt wagen, was weniger der Abfahrt sondern der Tatsache geschuldet war, dass der Rückweg eben genau über die gleiche Strecke führt (die Fähre nach Soller wurde nicht ernsthaft in Erwägung gezogen). Bereits an dem hinter Selva beginnenden Anstieg lichtete sich die Viererformation. Obwohl bis zum Coll dels Reis jeder sein eigenes Tempo machte kamen wir fast zu dritt an. Runter wollte aber außer mir immer noch keiner. So war dann klar dass der Nachhauseweg neuer Partner bedurfte. Doch zunächst ging es erst einmal zum „Krawattenknotten“ und dann ohne lästigen Verkehr runter in die Bucht. Die 10km lange Auffahrt dauerte 50min und war im oberen Teil trotz der ausgeschilderten durchschnittlichen Steigung von irgendwas um die 6% doch recht anstrengend. Die Abfahrt wurde an Hinterrädern diverser größerer Gruppen erledigt. Von Inca bis Marratxi dann hinter 2 Niederländern, die mich jedoch am ersten ordentlichen Gegenanstieg sowas von Alt aussehen haben lassen, dass ich mich anschließende erst einmal per Maps orientieren musste. Nach 150km und grob ermittelten 2000hm war der folgende Ruhetag verdient.

Tag 5

Der Wetterbericht hielt Wort: mit 13°C eher kühl, windig und ab 11 Uhr auch mit Regenschauern. Mehr als Sightseeing in Palma war nicht drin. Die Beine dankten es.

Tag 6

Mit 15°C war es nicht viel wärmer, der Wind hatte keinen Deut nachgelassen aber es war trocken und die Sonne schien. Als Ziel wurde der Orient auserkoren, weil wir uns dort etwas Schutz vor dem übellaunigen Wind versprachen. Erstmalig sollte mit den „großen“ Jungs gefahren werden. Um bei dem Wind überhaupt eine Chance zu haben wurde mit 10 Minuten Vorsprung in den ersten „Berg“ gestartet. Dank eines Platten bei den Verfolgern und differierender Streckenführung hat man sich erst mit einem Teil der Mannschaft in Bunyola an der Ostauffahrt des Soller getroffen. Immerhin wurden dieser und der anschließende Rückweg zum Hotel gemeinsam bewältigt. Immerhin nochmals 130km und ordentlich hm.

Tag 7

Rad einpacken, rein ins Meer und ganz schnell wieder raus. Statt überteuertem Taxi mit dem Bus zum Airport und den Anderen nachgetrauert, die noch eine Tour an der Westküste gemacht haben.

Resümee

Ob es was gebracht hat mit nur 500km in den Beinen in ein Trainingslager zu fliegen, in dem man sich fast jeden Tag die Kante gibt muss der weitere Verlauf der Saison noch zeigen. Ein Erster Test auf der Hausrunde verlief so lala. Die Geschwindigkeit entsprach der Jahreszeit, allerdings war anschließend keinerlei Erschöpfung zu spüren. Zumindest konditionell dürfte es was gebracht haben.

Comments are closed.