Teletubbies, Duschhauben und Demut

IMG_0332Entgegen unserer Gewohnheit begann die Planung diesmal nicht bereits 7 Monate sondern erst 3 Wochen vor dem Start. Da das Ziel mit dem Stoneman Trail (unser Start sollte in Toblach erfolgen) feststand reichte die Planungsphase auf Grund der in den vergangenen Jahren gesammelten Ortskenntnis durchaus. Die Abfahrt sollte am Brenner erfolgen. Freitagabend trafen die Teilnehmer in Steinach ein. Getreu dem Motto „nur die Harten kommen in den Graten“ nächtigte der Senior unter der Autobahnbrücke während das Jungvolk das Jugendgästehaus belegte.

Nach gewittriger Nacht herrschte am Samstagmorgen strahlend blauer Himmel. Mit dem Auto gings bis Gries. Nach einer Stunde Parkplatzsuche endlich los. Über Obernberg zum dortigen See. Aus 2008 hatten wir gelernt und entschieden uns für Weg Nr. 93B, um von dort zu Nr. 93 zu queren. Eine Wahl die sich lohnte, aber nicht von der eigentlichen Schiebe-, Trage-, Fluchpassage befreite. Der Brennergrenzkamm bot dann wieder alles. Abfahrt wie gehabt über 1A und 1 nach Gossensaß. In Sterzing Kaffeepause eingelegt und den tollen Wetterprognosen geschuldet über Straße weiter bis Brixen. In der Jugendherberge abgestiegen und noch ebenso im Freien gespeist bevor der Regen begann.

Die Nacht hatte es durchgeschifft: Tolle Aussichten: Der Wetterbericht schien recht zu behalten: Mit dem Frühstück konnten wir uns jedenfalls Zeit lassen und mit dem Packen auch. Immerhin war es dann von oben trocken. Mit Verhüterli überm Gepäckabteil und Duschhauben auf dem Helm gings nach St. Andrä zur Talstation der Plosebahn. Jeder eine Gondel und rauf auf 2.000m. Hier kam dann immerhin mal die Sonne raus, aber bei 8°C war es nicht wirklich warm. Viel los war auch nicht. Das Internet hatte uns einen anderen Weg als 2011 empfohlen. OK, anders war er. Viel gesehen haben wir allerdings nicht. Dafür gab´s super Nebelfotos. Nach erfolgreicher Querung des Lasankenbachs gabs am Würzjoch Kuchen und etwas Sonne. Abfahrt über Weg Nr. 8 bis Antermoia und weiter auf Straße nach St. Martin. Da die Mehrheit keine Lust verspürte noch über Pice Ju nach St. Vigil zu reiten blieben wir in der uns bereits vertrauten örtlichen Pizzabäckerei hängen. Nochmal Schwein gehabt – außer drei Tropfen und reichlich Nebel trocken geblieben.

Nach durchregneter Nacht konnten wir uns wieder mit Frühstück und packen zeitlassen. Als es endlich von oben trocken war gings mit deutlich gebremster Freude die letzten Hm runter nach Pikolein. Diverse Wetterapps meldeten einen stündlichen Wechsel von Regen und starker Bewölkung. Bis zu unserem Unterstand von 2011 schafften wir es tatsächlich mit nur wenigen Tropfen. Die Abfahrt nach Vigil bedurfte aber einer dichten Regenjacke um das Spritzwasser vom Rücken und den Körper warm zu halten. Bock zum weiter fahren hatte kaum einer. Die umliegenden Hütten waren nach Aussage der Touriinfo alle ausgebucht. Die Wetteraussichten waren nachwievor bescheiden. Unser Erfahrungsschatz der letzten Jahre besagte: Abstieg in der Pension Cristallo. Nach nur 11km mit schlappen 500hm hatte Armin 2011 nicht genug und hat sich die Rampe zur Fodara Fedla gegeben. Was konnte 2013 noch angerichtet werden ohne allzu großes Duschrisiko? OK – die Rampe zur Fanes hatten wir schon mehrfach, aber ohne Gepäck noch nicht. Und die Lavarellahütte gabs auch noch nicht aus der Nähe. Dann mal Tschüss. Zweieinhalbstunden später war Er wieder da. Das Team hatte für Gerstenkaltschale gesorgt und die Wirtin den Whirlpool auf Betriebstemperatur gebracht.

Nach durchregneter Nacht führten alle Regenprognosen sämtliche Planungsoptionen absurdum. Dann halt keine Militärpisten sondern schnellstmöglich nach Toblach. Haha – die Alternative zur Straßenauffahrt zum Furkelpaß war zwar ebenfalls asphaltiert und kaum befahren aber leider auch entsprechend steil. Da es keinen Tropfen geregnet hatte, waren wir dann auch in der Abfahrt schneller als so manches Auto. Noch vor Toblach wurde Olafs Rad einer gründlichen Inspektion unterzogen. Es quietschte bei jeder Kurbelumdrehung. Nach mehreren Versuchen stellte sich eine lose Sattelklemmung und nicht der wippende Dämpfer als Ursache heraus. So einfach kann´s sein. Ganz im Gegensatz zur Zimmersuche in Toblach. Alles was günstig war, war voll. Zum Stoneman Trail wurden alle verfügbaren Infos vor Ort eingeholt, im Hotel Moritz für 2 Nächte mit Verlängerungsoption eingecheckt und ein Zwei-Tage-Plan erstellt. Es hat übrigens den ganzen Tag über nicht geregnet – danke Wetterapp, für die vielen asphaltierten km.

Nach durchreg…. (ich kann´s schon nicht mehr schreiben) war der Zwei-Tage-Plan nach Abgleich mit den aktuellen Prognosen hinfällig. Als es trocken wurde sind wir mit leichtem Gepäck (sämtliche Regensachen) zur Plätzwiese. Das Wetter schwankte zwischen bewölkt und Sonnenschein. Uns dämmerte so langsam, dass es wohl den ganzen Tag trocken bleiben würde. Statt Stoneman Trail gabs dann nur die Trailabschnitte des Weges Nr. 37 von der Plätzwiese. Regen dann erst wieder nach dem Duschen. Immerhin prophezeiten die Aussichten einen trockenen Tag. Man war gespannt.

Sensationelles Wetter beim Aufstehen, nach dem Ankleiden, beim Frühstück und sogar beim Aufsitzen schien die Sonne vom wolkenlosen Himmel. Na denn man mit vollem Gepäck nach Innichen. Olaf hing hinterher. Hat doch wohl keine Trainingsrückstände von den vergangenen Tagen? Warten am Ortseingang. Als Olaf auftaucht und erzählt der Dämpfer hätte keine Luft mehr herrschte pures Entsetzen. So geiles Wetter und das Ding hielt einfach keinen Druck. Alles Gepumpe war für die Katz. Olaf blieb zurück und zu Zweit gings auf dem Burgweg abwechselnd über Flachstücke dann wieder kurze steile Rampen hoch zum Karnischen Höhenweg. Schneller wäre es von Sexten aus mit der Kabinenbahn gegangen. Verpasst hätten wir nicht viel. Dank Gondel war dann auch reichlich Fußvolk unterwegs. Zunächst bis zur Hahnspiel Hütte und dann zur Sillianer Hütte. Ab hier war der breite Wanderweg dann endlich ein Trail. Auch der Himmel zeigte zunehmend Zeichnung. Gekommen sind wir bis zum Demut, dann schien uns doch die Zeit für den Abend Zug zu knapp, wir drehten um und sind über Weg Nr., später Nr. 13 zur Alpe Nemes Hütte, nach Sexten und dann nach Innichen zum Bahnhof wo ein reichlich koffeinierter Olaf wartete.

Das war dann mal nicht der erhoffte Radurlaub. Stoneman wir kommen wieder. Armin plant bereits einen eintägigen Rachefeldzug.

CIMG2557.JPGCIMG2575.JPGCIMG2580.JPGCIMG2581.JPGCIMG2583.JPGCIMG2607.JPGCIMG2612.JPGCIMG2623.JPGCIMG2629.JPGIMG_0065.JPGIMG_0080.jpgIMG_0090.JPGIMG_0097.JPGIMG_0102.jpgIMG_0103.JPGIMG_0118.JPGIMG_0120.jpgIMG_0121.JPGIMG_0122.jpgIMG_0128.JPGIMG_0133.JPGIMG_0137.jpgIMG_0145.JPGIMG_0159.jpgIMG_0165.jpgIMG_0176.jpgIMG_0178.JPGIMG_0185.JPGIMG_0208.jpgIMG_0231.jpgIMG_0234.jpgIMG_0263.jpgIMG_0266.jpgIMG_0268.jpgIMG_0275.jpgIMG_0276.JPGIMG_0285.jpgIMG_0292.jpgIMG_0299.jpgIMG_0315.JPGIMG_0325.JPGIMG_0331.JPGIMG_0332.JPGIMG_0341.JPGIMG_0344.jpgIMG_0346.JPGIMG_0349.JPGIMG_0356.jpgIMG_0360.JPGIMG_0402.JPGIMG_0505.JPGIMAG0066.jpg

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