Tag 2: Steeg – Leutkircher Hütte – St. Anton – Konstanzer Hütte – Heilbronner Hütte – Ischgl

Schön dass wir nun im Besitz der Lechtal Gästekarte waren. Diese hätte bereits am Vortag gute Dienste leisten können, denn Busfahren ist damit für Lau. Die letzten 27 km durchs Lechtal wären damit noch angenehmer geworden. Nun ja, in Anbetracht der geplanten Wandereinlagen haben wir uns für den Bus um 8:31 Uhr in Richtung Kaisers entschieden. Die ersten 200hm waren damit schon mal keine Hürde mehr, zumal die direkt ohne Einrollen begonnen hätten. Auch der weitere Weg durchs Almajurtal stellte keine hohen Ansprüche an Kondition und fahrerisches Können.

An der Bodenalpe sollten wir uns nach den beiden Wegen zur Leutkircher Hütte erkundigen. Die Aussicht und die Auskunft waren ernüchternd. Der als Radweg ausgewiesene Pfad wird ab hier sofort zur Trage-/Schiebestrecke. Nach einer kurzen Musterung durch den Bauern wurde uns trotz der für einen 30m langen Abschnitt erforderlichen Schwindelfreiheit und Trittsicherheit der Weg 644 über die Erlach Alpe empfohlen. „So wir ihr ausschaut, schafft ihr das. Letzte Woche sind zwar von 10 Leut 7 zurückgekommen, aber ihr schauts gut aus.“ Wahrscheinlich hat er das auf unser Überallbiker-Trikot bezogen. Der Fußmarsch dauert genauso lange wie auf der Beschilderung angegeben, man muss aber noch die Fahrzeit bis zur Erlach Alpe hinzurechnen. Vom Almajurtal aus lässt sich die mit Schwierigkeiten verbundenen Schiebestrecke leicht erkennen. Von der Erlach Alpe ist es nur ein kurzes Stück und man steht vor dem Pfad und sieht, was man sich eingebrockt hat. Der Weg ist äußerst schmal, da heißt es Räder links! An einer Stelle mussten die Räder wegen des rutschigen Untergrundes an einer Engstelle durch Teamwork rüber gereicht werden. Nach ca. 300m statt der angekündigten 30m kehrte dann Entspannung ein.

Nach einer guten Stunde erreicht man ein „Plateau“ auf dem dann wieder biken möglich ist. Neben der Leutkircher Hütte ist etwas weiter westlich eine weitere Hütte entstanden. Hier spielte die Musi auf. Aber auch auf der Leutkircher Hütte war reichlich Publikum. Nach St. Anton wurde uns der Weg über die Putzenalpe empfohlen. Entgegen der Erwartungen herrschte auf dem weitestgehend fahrbaren Trail gähnende Leere. Die unerwartet im Niemandsland auftauchende luxuriöse Sonnenterasse mit Holzliege konnten wir so alleine genießen. In St. Anton war ebenfalls nicht viel los und so ging es nach einem Apfelstrudel weiter Richtung Konstanzer Hütte. Diese erreichten wir gegen 16 Uhr. Auf unsere Fragen nach etwaigen Nächtigungsmöglichkeiten auf der Heilbronner Hütte und der Fahrzeit dorthin ernteten wir wieder prüfende Blicke des Hüttenwirtes. Nun ja – gute 2 Stunden dauert es, eine davon Schieben. Aber das Wetter ist gut und Ischgl dann nicht mehr weit. Mit spätem Erscheinen dort haben wir ja vor 6 Jahren auch keine schlechten Erfahrungen gemacht. Dann mal frisch gestärkt ans Werk.

Es stimmte – nach einer Stunde waren wir am Ende der Fahrstrecke. Ein ehemaliger Weggefährte kam uns von seinem Sonntagsausflug bereits entgegen und wünschte gutes Gelingen, nur die erste halbe Stunde sei etwas schwieriger. Er hatte Recht. Nach dem Überqueren der Moräne ging es fahrend weiter zur Heilbronner Hütte. Die angegebenen 2 Stunden stimmen, nur zu Dumm dass wir keine Verbindung mit dem eigentlich geplanten Hotel in Ischgl herstellen konnten. Das lag, wie wir später herausfanden aber nicht nur am schlechten Handyempfang. Egal, es ging ja nur noch bergab – und wie. Doch dann, kurz vorm Kops Stausee, die Ernüchterung. Ein schöner fieser Gegenanstieg, an den sich die Umrundung des Stausees anschließt. Dann gings weiter bergab. In Galtür dämmerte es bereits als wir an den riesigen Lawinenschutzmauern vorbei fuhren. An der Infotafel in Ischgl stellte sich heraus, dass unser Hotel von vor 6 Jahren geschlossen war. Und auch sonst herrschte ziemlich tote Hose. Um 19:30 Uhr, nach fast 7 Stunden im Sattel funktionierte zum Glück unser Plan B: Haus Waldrast.

Fahrtenschreiber: 74,50 km | 2506 hm rauf | 2234 hm runter | Ø 11,4 kmh

Haus Waldrast | Bödalaweg 5 | 6561 Ischgl | Tel. +43 5444 5278 | www.waldrast.ischgl.at

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