So ein Arsc …

… hält ganz schön was aus.

Spreewaldmarthon mit 150 oder 200km, Potsdam – Warnemünde, 24Std-Rennen als 4er Team. Es stellt sich die Frage wie lange kann man eigentlich auf dem Rad sitzen? Am 17. Juni 2017 erfolgte ein Selbstversuch.

Start 19 Uhr. Da braucht es keine Sonnencreme, nachts sollen schließlich nur 12° sein. Da müssen dann wohl lange Klamotten drüber – mit Sonnencreme dürfte das schwierig werden. Mit 3 Motorrädern, Gepäck-, Verpflegungs-, Führungs-, Begleitfahrzeug und Rettungswagen geht’s raus aus Leipzig. Noch in Leipzig legt sich ein Begleitmotorad vor ein Auto. Der Fahrer hat nur Kratzer abbekommen, steigt aber erst mal aus. Ein Ersatzfahrer findet sich in einem der Fahrzeuge. Nach 2.15 Std die erste Rast. Nachtklamotten an, essen und weiter. Kaum nehme ich die Führungsarbeit auf weist ein Begleitmotorrad auf die nicht eingeschaltete Beleuchtung hin. Wird schwierig die Steckverbindung zwischen Lampe und Akku, der sich in einer leeren Trinkflasche im Flaschenhalter befindet während der Fahrt herzustellen. Also rechts ran, Flasche öffnen, Kabel raus, zusammenstecken, Kabelsalat rein, Deckel drauf und feststellen, dass soeben 80 Radler und ein Fahrzeug an einem vorbei sind. Gut dann eben letzte Reihe mit Ziehharmonika. Dafür aber auch mal entspannt freihändig. Ab Landesgrenze zu Brandenburg setzt sich die Polizei mit Blaulicht vors Feld.

Um 23 Uhr ist in irgendeinem Ort Feuerwerk – netter Empfang, aber wir fahren statt zu feiern. Es geht durch finstere Wälder. Verkehr gibt es schon lange keinen mehr. Dann knallt´s vor mir. Einer hat nicht aufgepasst und eine Panikbremse mit Abgang hingelegt. Glücklicherweise geht’s nach kurzem Check weiter. Rettungssanitäter müssen nicht mal aussteigen. Um halb 12 ist Rast in Dahme. Stockdunkel. Gegen die Kälte, man spricht im Feld von 8°, wird eine warme Weste angezogen. Beinlinge? Ach was, wird schon gehn. Halb 3. Immer noch kein Mond. Es ist sau kalt. Beinlinge wären nicht schlecht gewesen und ein langes Untershirt noch besser, aber jetzt ausziehen? Wird schon. Es gibt zusätzlich zu Brötchen, Bananen und Riegeln nun auch warmen Kartoffelbrei und noch mehr Kaffee zum wachbleiben.

3.45 Uhr. Letzter Stopp vor Berlin. Immer noch arschkalt aber so langsam kommt die Dämmerung und sogar der Mond ist zu sehen, jetzt, wo es bald hell ist. Ab Berlin Grünau haben wir wieder Begleitschutz in Form von Polizeimotorrädern und Pkw. Die räumen mal eben jede Kreuzung bis zum Brandenburger Tor frei. In Kreuzberg ist morgens um 5 immer noch Party. Wir werden mit Applaus begrüßt, haben aber auch Bammel einen der Zechbrüder in die Speichen zu bekommen. Als wir um kurz nach 5 vor dem Brandenburger Tor ankommen ist mehr als die Hälfte geschafft. Das fahren die Jungs 3 Stunden später beim Velothon nicht mal auf der Langdistanz. Leider gibt es hier keine Verpflegung sondern erst 60km später. Dafür empfängt der Leiter meiner Trainingsgruppe persönlich. Sonntags um 5 – alle Achtung. Danke Tuffi. Dumm, dass ich vergesse Sonnencreme aufzutragen. Bis zur Berliner Stadtgrenze wieder mit danach dann ohne Geleitschutz. Die fehlende Verpflegung am Brandenburger Tor macht sich unmittelbar nach erreichen Brandenburgs bemerkbar. Mit nur einer Banane in den Trikottaschen wird es recht eng bis zum nächsten Boxenstopp. Bis dort sind 300 km abgeritten und für den Hintern beginnt Neuland. Schlimmer sind die Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich.

In Prettin geht’s mit der Fähre über die Elbe. Die Küche bietet Kartoffelsuppe und Wiener. Ein Bad in der Elbe wäre zeitlich möglich, aber auf diese Idee kommt keiner. rgendwie wollen alle nur noch nach Leipzig. Doch vorher gibt’s noch eine „Bergwertung“ in Eilenburg und eine abenteuerliche Fahrt auf der mittleren Spur der B 2. Polizeieskorte? Macht man in Sachsen nicht. Fehlte nur noch, dass wir jeder ein Bußgeldverfahren wegen Radelns auf einer Schnellstraße bekommen. Pünktlich wie die Maurer kommen wir am Völki an. Es liegen aufgeschnittene Brötchen mit Bratwurst bereit. Davor 3 Sorten gekühltes Bier. Die Flaschen sind selbstverständlich schon geöffnet.

Der Arsch? Da wäre noch was gegangen wenn denn mal jemand Sonnencreme auf die blanken Körperstellen aufgetragen hätte. Nachfolgend die Links für Hin- und Rückweg.
https://drive.google.com/open?id=1AATCoKDRyNTPSbmDX_Z3_gI4xqc&usp=sharing
https://drive.google.com/open?id=1YoqtvksFxtcLblTkvlSLNXfpxaA&usp=sharing

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