Schlaflos im Sattel: Krank, aber geil …

IMGP2876Radfahren. Rund um die Uhr. 24 Stunden am Stück. Immer im Kreis: Stöffel-Race 24h MTB Challenge

Muss man nicht machen, kann man aber – und macht verdammt süchtig! Unterm Strich: Platz 9 bei den 4er-Teams mit 115 Runden.

Zugegeben: So ganz normale Radfahrer sind wir nicht. Sagen jedenfalls einige Leute aus dem näheren Bekanntenkreis. Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen haben wir mal über die Teilnahme an einem 24h-Rennen nachgedacht – die Anzahl der potentiellen Veranstaltungen für Rennrad oder MTB haben in den letzten Jahren ja merklich zugenommen. Teilweise sehr kommerziell und überlaufen, bei denen die verfügbaren Startplätzen schon nach wenigen Minuten vergriffen sind, aber auch überschaubare Events mit (noch) geringer Bekanntheit und Teilnehmerzahl. Letzteres sollte als Premiere für die Überallbiker eine passende Alternative sein.

Im tiefen Westerwald, da wo der Wind so kalt, fand bereits dritten Mal das Stöffel-Race im Stöffelpark statt. In dem mit rund 140 Hektar größten Basaltabbaugebiet im Westerwald ist seit der Einstellung des Betriebes im Jahr 2000 ein 140 ha großer Park entstanden, auf dessen Gelände sich noch historische Industriebauten der Basaltverarbeitung befindet. Für ein 24-Stundenevent eine sehr imposante Kulisse, da auch die ehemaligen Gebäude und Anlagen mit in die Streckenführung integriert werden. Anfang Dezember 2015, die erste Anmeldephase für die dritte Auflage lief nur noch für kurze Zeit, hat Armin alle kirre gemacht und potentielle Teilnehmer (oder eher Opfer?) gesucht. Nach kurzer Zeit waren 4 Teilnehmer gefunden und die Anmeldung wurde vollzogen. Ohne zu diesem Zeit die genaue Anzahl der Starter und Teams zu kennen, wurde sehr selbstbewusst ein Ziel festgelegt: Keine Platzierung irgendwo. Nein, mindestens 1-stellig sollte es werden!

IMAG0110Gemäß dem „Prinzip der chaotischen Selbstorganisation“ (O-Ton des Orgakommitees) wurde am Freitag das Fahrerlager bezogen und Dank Marco auch an einem strategisch äußerst günstigen Standort unmittelbar an der offiziellen Wechselzone und den Verpflegungseinrichtungen. Nach ordentlich Karboloading und Begrüßungsbier bei der Pastaparty ging es dann zu Fuß noch auf eine kurze Streckenbesichtigung. Hier hat man dann auch sehen können, wie die Selbstorganisation des Fahrerlagers funktioniert: Einfach perfekt! Jeder hat sich da niedergelassen, wo Platz war, wo es schön war oder wo es strategisch gerade günstig war. Und das alles sehr diszipliniert!

Für das Rennen haben wir beschlossen, dass, um für ausreichende Erholungsintervalle zu sorgen, jeder Fahrer ca. 1 Stunde fahren sollte und seine letzte Runde jeweils bei einer Vorbeifahrt am Lager ankündigt. Das klappte auch solange bis Frank am Ende seiner ersten Fahrzeit abklatschen wollte: Mit besten Haltungsnoten gekonnt über den Lenker abgestiegen und ordentlich Prellungen an beiden Oberschenkeln davon getragen [Die vorliegende Bildsequenz wird hier nicht gezeigt, da sie zur Nachahmung verleiten könnte]. Die volle Leistung war nach dieser Aktion von ihm nicht mehr zu erwarten und die folgenden Rundzeiten waren dementsprechend auch nicht wirklich Wettbewerbsfähig. Die ambitionierte Platzierungsvorgabe war jetzt extrem gefährdet, sodass die anderen Drei den Rückstand irgendwie wieder aufholen mussten.

Zum Abend gab´s dazu auch noch einen mehrstündigen Regen, was während der Nacht regelmäßiges Reinigen der Scheinwerfer erforderte. Viel geschlafen wurde nicht. Stattdessen Schlamm von Bike und Body entfernt. Über die Live-Zeiterfassung wurden potenzielle Mitstreiter um die Plätze beobachtet. Da diese mit kürzeren Wechselintervallen unterwegs waren reduzierten auch wir unsere Intervalle. Um 9 Uhr, 3 Stunden vor Rennende, stand fest es würde um die Plätze 8 bis 10, die Phasenweise nur Sekunden trennten, gehen. Letztendlich reichte es dann mit dem 9. Platz für die angestrebte einstellige Platzierung.

Bleibt zu erwähnen:

  • Die vom Veranstalter angekündigte und gelebte chaotische Selbstorganisation bei Platzwahl und Aufbau hat alles bisher Erlebte im positiven Sinn übertroffen.
  • ALLE Fahrer waren tiefenentspannt
  • Es gab immer reichlich Verpflegung
  • Nachts war es DUNKEL und NASS
  • Trotz geschotterter Strecke sahen wir alle aus wie die Schw…
  • Sanitäranlagen und Bike-Waschplatz haben durchgehalten
  • Marco´s Organisationstalent (von Kompressor bis Lagerfeuerholz war alles da)
  • Keine uns bekannten schweren Stürze
  • Nächstes Jahr wieder? Keine Frage …

Eine kleine Bildauswahl:

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